Wie und wo ist die richtige Krankenversicherung für den Nachwuchs

Das duale Gesundheitssystem bietet verschiedene Möglichkeiten, wie Kinder zu versichern sind. Es gilt dabei nicht nur den Zeitpunkt der Geburt zu betrachten, sondern auch die verschiedenen Lebenssituationen im Überblick zu haben. Wir erklären Ihnen, wie Sie die Kinder versichern können.

Kinder versichern, wenn beide Eltern in der GKV sind

Sind beide Elternteile gesetzlich versichert, dann sind die Kinder im Rahmen der Familienversicherung versichert. Es besteht kraft Gesetzes (§ 10 SGB V – Familienversicherung) und muss nicht beantragt, sondern lediglich bei der Krankenkasse angezeigt und mittels eines Fragebogens geprüft werden. Anspruch auf Familienversicherung haben nicht nur alle minderjährigen leiblichen Kinder, sondern außerdem minderjährige Kinder, die adoptiert wurden, und gilt für beide Ehegatten sowie auf die gleichgeschlechtlichen Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft.

Der Vorteil der Familienversicherung ist, dass die Mitversicherung von Angehörigen ohne eigenes Einkommen – kostenfrei ist. Geringfügige Einkünfte (maximal 445 EUR/mtl. in 2019, bzw. Minijob bis 450 EUR/mtl.) dürfen von mitversicherten Familienangehörigen erzielt werden. Das hat keine Auswirkungen auf die beitragsfreie Familienversicherung.

Wie ist das bei volljährigen Kindern von GKV versicherten Eltern?

Sofern volljährige Kinder nicht erwerbstätig sind, können sie mitversichert bleiben – bis zu Vollendung des 23. Lebensjahres oder bis zum Erreichen des 25. Geburtstags, wenn sie sich in Ausbildung befinden, ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr leisten.

Sollte die Ausbildungszeit durch den freiwilligen Wehrdienst oder einen anerkannten anderen Freiwilligendienst verzögert haben oder unterbrochen worden sein, dann kann die Mitversicherung um weitere zwölf Monate verlängert werden.

Wie verhält sich das während des Studiums?

Studenten sind zunächst einmal versicherungspflichtig und werden dadurch selbst Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse. Es besteht auch die Möglichkeit sich der Versicherungspflicht während des Studiums befreien zu lassen, wenn eine Private Krankenversicherung besteht, bzw. der Nachweis erfolgt, dass eine solche abgeschlossen wurde

Kinder versichern, wenn beide Eltern in der PKV sind

Sind beide Elternteile privat krankenversichert, dann werden die Kinder ebenfalls innerhalb der PKV versichert, vorzugsweise über die Kindernachversicherung bei einem der beiden Elternteile.

Kindernachversicherung:

Die Kindernachversicherung in der PKV ist die Anmeldung eines Neugeborenen, die in der Regel formlos erfolgen kann. Eine Gesundheitsprüfung ist nicht notwendig. Besteht für ein Elternteil Versicherungsschutz in den sogenannten Bisex-Tarifen dann ist das auch für die Kinder möglich.

Hinweise:

In der Privaten Krankenversicherung sind alle Versicherten Personen beitragspflichtig.

Was gilt bei volljährigen Kindern von PKV-Eltern?

Für die PKV ist es unerheblich, ob die Kinder volljährig sind. Solange keine Versicherungspflicht ausgelöst wird, sei es durch Berufsausbildung, Erwerbstätigkeit oder Studium, bleiben die Kinder wie bisher auch beitragspflichtig mitversichert. Mit Vollenden des 20., bzw. 21. Lebensjahres wird dann erstmals Alterungsrückstellung in einem Erwachsenentarif gebildet.

Wie verhält sich das während des Studiums?

Auch privatversicherte Studenten werden mit der Immatrikulation zunächst versicherungspflichtig. Sie haben dann die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht während des Studiums befreien lassen (§ 8 Absatz 1 Nr. 5 SGB V) und auch weiterhin privat versichert bleiben. Dieser Antrag auf Befreiung gilt für die gesamte Zeit des Studiums und ist unwiderruflich. Er muss innerhalb von 3 Monaten nach Feststellung der Versicherungspflicht bei der Krankenkasse gestellt werden (§ 8 Absatz 2 SGB V).

Fragen Sie in diesen Fällen bei Ihrem privaten Krankenversicherer nach den günstigen Ausbildungstarifen.

Wie versichert man Kinder wenn die Eltern unterschiedlich versichert sind

Wenn ein Elternteil gesetzlich und der andere Elternteil privat versichert ist, dann ist es von der Höhe des jeweiligen Einkommens abhängig, wie die Kinder versichert werden können. In den nachfolgenden Tabellen sind die möglichen Szenarien abgebildet.

Ehemann PKV, Ehefrau GKV, unterschiedliche Einkunftshöhe

Ehemann GKV, Ehefrau PKV unterschiedliche Einkunftshöhe

Ein Ehepartner beiihilfeberechtigt, ein Ehepartner GKV, unterschiedliche Einkunftshöhe

Bitte beachten:
Grundsätzlich ist immer die Höhe der Einkünfte im Auge zu behalten. Ändert sie sich, oder ändert sich die Jahresarbeitsentgeldgrenze dann kann es geschehen, dass plötzlich Anspruch auf die Familienversicherung besteht.

Andererseits kann es bei einer Einkommensänderung dazu führen, dass die Familienversicherung entfällt. Bei zu spätem sich kümmern kann das sogar zu Nachforderungen führen. Die Praxis zeigt, dass ein veränderter Status mit der Zeit immer auffällt.

Gut zu wissen:
Eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV muss innerhalb von drei Monaten nach Geburt beantragt werden.
Die Kindernachversicherung in einer PKV muss innerhalb von zwei Monaten nach Geburt, bzw. Adoption erfolgen.

Kinder erben Schutz der Eltern – was bedeutet das im Klartext? Handlungsempfehlung:

Speziell in der Privaten Krankenversicherung erben die Kinder den Versicherungsschutz der Eltern, bzw. des jeweiligen Elternteils, in dessen Vertrag sie versichert werden. Das bedeutet, dass der Versicherungsschutz nicht umfassender sein darf, als der des entsprechenden Elternteils.