Gerade die junge Generation zwischen 20 und 30Jahren – die die volle Wucht der Rentenkürzungen später einmal aushalten muß –  hat keine besondere Einstellung zum Thema “Aufbau einer Altersversorgung”

Lebens -und Rentenversicherung finden sie veraltet und nicht spannend. Ab Alter 30 beginnen sie dann ihre Meinung zu ändern.

Bis dahin haben sie tausende EURO an Förderung verschenkt – unwiderbringlich verschenkt. Das gilt nicht nur für Riester sondern auch für die BAV – betriebliche Altersversorgung

Wer nutzt wirklich alles aus was ihm vom Staat zugedacht ist? Obwohl der Bedarf ist groß und wird die Zulage und die Steuererstattung verschenkt.

Seltsam, Seltsam – jeder braucht das Geld und nur wenige nutzen es

Millionen Deutsche sparen mit einer Riester-Rente fürs Alter, etliche verzichten aber auf Zulagen. Jetzt stellt sich heraus:      Wer das macht, ist doppelt gestraft

Stellen Sie sich vor, der Finanzminister spendiert Zigmillionen EURO – und die Menschen holen das Geld nicht ab. Gibt es nicht? Doch, bei der staatlich geförderten Riester-Rente.

Eine Auswertung von Ministeriumszahlen zeigt: Unter den Riester-Sparern gab es im Jahr 2014 mehr als zwei Millionen, die zwar mit entsprechenden Produkten für das Alter vorsorgen – aber die staatlichen Zulagen wohl einfach liegen lassen. Neuere Daten gibt es nicht, und auch über die Gründe, warum so viel Geld nicht abgerufen wird, schweigt die Statistik. Einer liegt aber sehr nahe: Den Anlegern dürfte der Bonus wegen der damit verbundenen Mühen im Alltag zwischen Wocheneinkauf und Steuererklärung aus dem Blick geraten sein.

Ärgerlich ist das verschenkte Geld allemal. Allerdings sind Anleger, die ohne die Zuschüsse sparen, gleich doppelt gestraft, wie jüngst ein Spruch des Bundesgerichtshofs (BGH) zeigte. Im Fall einer Allianz-Kundin urteilten die Richter klipp und klar: Wer ohne staatliche Zulage fürs Alter spart, ist bei einer Pfändung nicht geschützt.

Im Kern stärkt das Karlsruher Urteil damit Riester-Sparern den Rücken: Ihr Vorsorgekapital bleibt fürs Alter erhalten, auch wenn es finanziell einmal nicht so rund läuft.

Die volle Riester-Zulage kommt nur bei der Minderheit an

Das Urteil und die Zahlen der Ministerien werfen erneut ein Schlaglicht auf die Förderregeln:

Im System hakt es ganz gewaltig.

Die volle Riester-Zulage kommt nur bei der Minderheit an. Von 13 Millionen Riester-Sparern, die ihren Vertrag aktiv bedienten, erhielten zuletzt nur 5,9 Millionen den vollen Bonus.

Zudem legen viele Kunden weniger zurück als die vorgesehenen vier Prozent des Einkommens – entweder mit voller Absicht, weil sie sich den vollen Sparbeitrag nicht leisten können oder wollen. Oder, auch das dürfte ein großer Teil sein, weil sie ihren Vertrag versehentlich schon länger nicht mehr an die aktuellen Lebensumstände angepasst haben. Immerhin fünf Millionen Sparer erhalten nur solche gekürzten Zulagen.

In Sachen Pfändung können aber auch sie aufatmen, denn auch ein gekürzter Bonus bietet vollen Gläubigerschutz (Az. IX ZR 21/17).

Das maue Ausschöpfen der Zulagen ist für das System Riester, das Einschnitte bei der gesetzlichen Rente ausgleichen soll, ein Armutszeugnis. Der Zuschuss ist dabei ein wichtiger Renditehebel. Neuerdings gibt es jährlich 175 Euro pro Sparer und 300 Euro für neugeborene Kinder. „Bei Sparern mit kleineren Einkommen und Familien drücken die Zulagen den Beitrag, den sie selber leisten müssen, besonders stark“, konstatiert Lars Gatschke vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

Bürokratie ist das größte Hindernis

Dummerweise ist das Zulagensystem so betreuungsintensiv das die meisten den Überblick verlieren:.Kunden und Anbieter müssen sich laufend kümmern. Für die Verwaltung musste im märkischen Brandenburg an der Havel eigens eine 1300-Mann-Behörde errichtet werden – die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen.

 

Riester „Neu ab 2018“ –  Das hat sich alles geändert

2018 – ein gutes Jahr für die Riester-Rente.

Die Bundesregierung hat Mitte letzten Jahres umfangreiche Änderungen bezüglich der Riester-Rente beschlossen. Diese Neuerungen sind im Rahmen des so genannten Betriebsrentenstärkungsgesetzes zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten.

Lesen Sie hier, was sich 2018 ändert und welche Neuerungen bei der Riesterrente zu beachten sind:

Die Grundzulage steigt

Dank der beschlossenen Neuerungen steigt die Grundzulage von bisher 154 Euro auf nun 175 Euro. Das ist eine Erhöhung um 21 Euro und damit um mehr als 13 Prozent.
Auf die Grundzulage hat jeder Anspruch, der eine Riesterrente oder einen Wohn-Riester-Vertrag abgeschlossen hat.

Voraussetzungen um die Riester-Zulagen zu erhalten

Um die Grundzulage jedoch auch tatsächlich gutgeschrieben zu bekommen, müssen die Versicherten einige Formalitäten beachten.
Grundvoraussetzung ist, dass die Riesternden mindestens 4 Prozent ihrer Einkünfte einzahlen.

Maximal darf der Betrag jedoch nicht höher als 2.100 Euro pro Jahr sein. Von diesem Wert werden wiederum die Zulagen abgezogen und der Rest wird als Steuererstattung ausgezahlt.

 

Kleinbetragsrentenabfindung: Zwei Verbesserungen ab 2018

Hat sich nach den Jahren der Einzahlung lediglich ein sehr kleiner Rentenanspruch ergeben, kann der Versicherer den erworbenen Rentenanspruch des Versicherten durch eine Einmalzahlung abfinden. Wie hoch eine Kleinbetragsrente maximal sein darf, wird jährlich neu berechnet. Für 2017 liegt der Maximalbetrag bei 29,75 Euro.

Die Abfindung in Form der einmaligen Zahlung musste bisher gleich zu Beginn der Auszahlungsphase erfolgen. Für Riester-Renten, die ab 2018 abgeschlossen werden, gilt nun, dass sie ein Wahlrecht enthalten müssen. Dank des neuen Wahlrechtes können die Riester-Sparer nun entscheiden, ob sie die Einmalzahlung wie bisher gleich zu Beginn der Auszahlungsphase erhalten möchten oder erst zum 1. Januar des darauffolgenden Jahres.

Des Weiteren war eine solche Einmalzahlung bisher voll steuerpflichtig. Ab dem Veranlagungszeitraum 2018 gilt:

Erfolgt eine Einmalzahlung, wird diese zukünftig ermäßigt besteuert. Hier greift die so genannte Fünftelregelung.

Die Fünftelregelung

Mit der Fünftelregelung werden außerordentliche Einkünfte im Steuerrecht begünstigt (§ 34 EStG). Einfach formuliert, können mit der Fünftelregelung bestimmte Einnahmen (z.B. auch eine Abfindungszahlung) in der Steuerberechnung gleichmäßig auf fünf Jahre verteilt werden.

 

Was bringt das Wahlrecht zur späteren Auszahlung?

Da sowohl die Riester-Rente selbst als auch die Einmalzahlung versteuert werden muss, kann eine spätere Auszahlung finanziell sinnvoll sein. Sparer haben im Normalfall ab dem ersten vollen Jahr Rentenbezug geringere Einkünfte als in dem Jahr, in welchem sie (zumindest teilweise) noch erwerbstätig waren. Sind die Einkünfte geringer, sinkt auch die Steuerlast.

Freibeträge dank Betriebsrentenstärkungsgesetz

Dank des Inkrafttretens des Betriebsrentenstärkungsgesetzes zum 1.1.2018 kommt es zu einer weiteren Verbesserung in der Riester-Rente.

Diese Änderung greift vor allem Geringverdienern und Menschen mit unregelmäßigem Einkommen unter die Arme.
Denn wer im Alter trotz der gesetzlichen Rente und der Riester-Rente auf eine Grundsicherung angewiesen ist, musste bisher seine Riester-Rente komplett anrechnen lassen.

Mit dem neuen Betriebsrentenstärkungsgesetz wurde ein Grundfreibetrag in Höhe von 100 Euro eingeführt. Alles was darüber hinausgeht, ist zu 30 Prozent anrechnungsfrei. Diese Freibetragsregelung ist allerdings auf 202 Euro begrenzt.

 

Rechenbeispiel zum neuen Freibetrag in Bezug auf die Grundsicherung

Eine Rentnerin hat einen Riester-Vertrag abgeschlossen und regelmäßig Beiträge eingezahlt. Nun erhält sie 240 Euro Riester-Rente pro Monat. Da ihre Einkünfte nicht ausreichen, um ihren Lebensunterhalt zu decken, stellt sie einen Antrag auf Grundsicherung. Die Riester-Rente wird dabei als Einkommen angerechnet. Bisher wurden die Leistungen aus der Riester-Rente komplett angerechnet. Das heißt, im Fall der Rentnerin würden die 240 Euro komplett mit der Grundsicherung verrechnet werden.

Dank der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Freibeträge ergibt sich jedoch eine andere Rechnung:

  • Riester-Rente: 240 Euro
  • abzüglich 100 Euro Freibetrag
  • Zwischenergebnis: 140 Euro

Von den bleibenden 140 Euro sind noch 30 Prozent anrechnungsfrei.

  • 30 Prozent von 140 Euro: 42 Euro

Ergebnis: Der Freibetrag von 100 Euro plus der 42 Euro die hinzukommen, ergibt eine Gesamtsumme von 142 Euro. Diese sind im Fall der Rentnerin anrechnungsfrei. Damit werden ab 2018 nur noch 58 Euro als Einkommen berücksichtigt. 142 Euro und damit rund zwei Drittel der Riester-Rente kann sie zusätzlich zur Grundsicherung behalten.

Abschaffung der Doppelverbeitragung

Die Riester-Rente kann auch im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge abgeschlossen werden. Diese Renten waren bisher in der Auszahlungsphase voll beitragspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung und haben so die GKV-Beiträge im Rentenalter erhöht. Weiterhin problematisch war die Tatsache, dass neben der Rente auch die Beiträge der Beitragspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung unterlagen.

Das führte bisher zu so genannten Doppelverbeitragung.

Mit Inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes wurde die Doppelverbeitragung abgeschafft. Denn ab 1. Januar 2018 sind die Leistungen aus dem “betrieblichen Riester (Riester-Rente, die innerhalb einer betrieblichen Altersvorsorge abgeschlossen wurde.) in der Auszahlphase nicht mehr beitragspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Ziel des Gesetzes ist es, die betriebliche Altersvorsorge durch Riester attraktiver zu machen.

Verfahrensverbesserung für Staatsdiener ab 2019

Staatsdiener, wie Soldaten und Beamte müssen wenn sie einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, ihr Einverständnis erklären, damit die die Besoldungsstelle ihre Daten an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) übermittelt. Ab 2019 muss die Einwilligung grundsätzlich im Beitragsjahr abgeben werden. Im Moment kann die Einwilligung bis zu zwei Jahre nach Ablauf des Beitragsjahres erfolgen. Wurde die Einwilligung vergessen, kann sie jedoch bis zum rechtskräftigen Abschluss des Festsetzungsverfahrens nachgereicht werden. Ziel ist es, fehlende Einwilligungserklärungen früher zu bemerken, um zu verhindern, dass die Zulagenförderung verloren geht.

Im besten Fall wendet man sich an einen Versicherungsexperten und lässt sich persönlich beraten.