Rentenerhöhung zum 1. Juli

Die Renten steigen für Ruheständler in den alten Bundesländern zum 1. Juli 2018 um über 3,2 Prozent, in den neuen Ländern um knapp 3,4 Prozent, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales am Dienstag bekanntgab. Ungefähr 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland erhalten in diesem Jahr eine deutliche Erhöhung ihrer Ruhestandsbezüge.

Eine schlechte Nachricht ist, dass einige Rentner durch die Erhöhung nun auch steuerpflichtig werden – rund 60.000 Rentner dürften da betroffen sein.

Vergleichsweise hohe Steigerung

Allerdings bleibt die anstehende Erhöhung ein ganzes Stück hinter dem Rekordanstieg aus dem Vorvorjahr zurück. Seinerzeit hatte es im Osten ein Plus von 5,95 Prozent und im Westen einen Zuwachs um 4,25 Prozent gegeben. Dennoch ist die kommende Steigerung in den neuen Ländern die vierthöchste auf Zehnjahressicht, in den alten Ländern sogar die zweithöchste.

 

Hubertus Heil: „erfreuliche Nachricht“ für Rentner

„Auch in diesem Jahr führen die gute Lage am Arbeitsmarkt und die Lohnsteigerungen der Vergangenheit zu besseren Renten“, lässt sich der neue Bundesarbeits- und -Sozialminister Hubertus Heil (SPD) in einer Pressemitteilung zitieren. Diese „erfreuliche“ Nachricht für die Rentner zeige, dass die gesetzliche Rente die zentrale Säule der Alterssicherung in Deutschland sei und auch bleibe.

„Diese Säule werden wir nun weiter stärken: mit einer Grundrente, die jahrzehntelangen Einsatz im Arbeitsleben, bei der Pflege und in der Kindererziehung honoriert; mit der Stabilisierung von Rentenniveau und Beitragssatz; und mit einer weiteren deutlichen Verbesserung der Absicherung bei Erwerbsminderung“, so Heil weiter. Dabei stellt er auf die Vorhaben der Koalitionsvereinbarung der neuaufgelegten Großen Koalition ab.

Durch die Rentensteigerung erhöht sich auch der Rentenwert. Derzeit liegen die Werte bei 31,03 Euro (West) beziehungsweise bei 29,69 Euro (Ost). Ab Juli sind es dann 32,03 Euro in den alten beziehungsweise 30,69 Euro in den neuen Bundesländern. Dadurch nähert sich das Rentenniveau Ost dem des Westens weiter an, und zwar von 95,7 auf 95,8 Prozent. Durch das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz wird bis spätestens 2024 das Ost-Rentenniveau dem Rentenniveau West schrittweise angeglichen

 

Wann werden Renten erhöht

Die Rentenerhöhungen folgen grundsätzlich der Lohnentwicklung. Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung im Jahr 2017 betrug nach Angaben des Ministeriums 2,96 Prozent in den alten Ländern und 3,06 Prozent in den neuen Ländern.

 

Die Zukunftsfrage ist noch offen

So erfreulich wie diese Erhöhung auch im Moment ist, ändert sie nichts daran, dass das eigentliche Rentenproblem erst noch auf den Staat zu kommt. In spätestens 10 Jahren kommt eine Welle von Rentnern auf das System zu und für die Finanzierung dieser Renten ist noch kein Konzept vorhanden. Dazu soll eine Kommission nun Vorschläge zur Lösung ausarbeiten. Rentenhöhe, Lebensarbeitszeit und Beitragshöhe aber auch Bundeszuschüsse sind da wohl neu zu regeln.