Prämie für D&O-Versicherung soll verzehnfacht werden

Was ist eine D&O Managerhaftpflicht-Versicherung?

Vom Konzernvorstand über den Aufsichtsrat bis hin zum Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens – wer als Unternehmensleiter auf der sicheren Seite stehen und nicht mit seinem privaten Vermögen haften will, für den ist die Managerhaftpflicht-Versicherung, auch D&O-Police oder Manager-Versicherung genannt, unerlässlich. Immer häufiger werden Manager mit Schadensersatzansprüchen konfrontiert. Nicht selten geht es hier um Millionenforderungen. Oftmals sind es die Unternehmen selbst, die Ansprüche gegen das eigene Management geltend machen. Aber auch Vertragspartner, Wettbewerber oder Behörden werfen Unternehmen und deren Organen verstärkt Pflichtschutzverletzungen vor. Wird ein Mitglied der Unternehmensleitung wegen einer Pflichtverletzung in Anspruch genommen, deckt eine D&O-Versicherung die hohen Anwalts- und Gerichtskosten zur Abwehr eines unbegründeten Anspruchs und die Versicherungsgesellschaft garantiert bei ausreichend hoher Deckungssumme den Schadensausgleich im Falle berechtigter Haftungsansprüche.

 

Wer braucht so eine Versicherung?

Jedes Unternehmen – von der Mini GmbH bis hin zur Aktiengesellschaft – sollte sich ernsthaft damit auseinandersetzen, seine Manager über einen D&O-Vertrag mit angemessener Deckungssumme abzusichern.
Aber auch leitende Angestellte, Betriebsleiter oder Generalbevollmächtigte sollten mitversichert werden. Und: “Ehrenamt schützt vor Haftung nicht“. Managertätigkeiten in Stiftungen, Sportvereinen und anderen gemeinnützigen Institutionen sollten ebenfalls dringend mit einer D&O Versicherung abgesichert werden.

 

D&0 Schutz wird in Zukunft um vieles teurer!

2.2.2018 – Über die Zukunft der Managerhaftpflicht-Versicherung haben Anbieter, Makler und Juristen auf einer Fachtagung diskutiert. Einig waren sich die Marktteilnehmer, dass die Beiträge zu niedrig sind. Gleichzeitig werden aber für das Geld immer umfangreichere Deckungen verlangt. Diese Entwicklung – immer mehr Schutz für immer weniger Geld- geht nicht mehr auf.

Anwälte sagen: „Den einfachen D&O-Haftungsfall haben wir noch nie gesehen.“

Bei der 20. Euroforum-Jahrestagung Haftpflicht 2018 der Euroforum Deutschland GmbH wurden in dieser Woche in Hamburg aktuelle Entwicklungen in Recht und Praxis der Manager-Haftpflichtversicherung diskutiert. Demnach lag der durchschnittliche Beitrag pro Police bei nicht ganz 3.700 Euro und die Schadenquote wie im Vorjahr bei 108 Prozent. „Die D&O-Sparte ist seit Jahren tiefrot“.

             

Prämien sollten verzehnfacht werden

 

Hohes Bedingungsniveau

In der D&O-Sparte sind aktuell 40 Anbieter aktiv. Davon arbeiteten 23 mit eigenen Bedingungs-Wordings. Marktführer ist die Allianz, gefolgt von AIG und Dual. Es gibt zusätzlich sechs bis acht Makler-Deckungskonzepte, die ständig weiterentwickelt würden. Das Bedingungsniveau ist im Verhältnis zur Prämie unglaublich gut“ stellt man den deutschen Markt in den internationalen Kontext.

Mehr Kosten- als Schadenersatz

Bei den Schadenaufwendungen sind die Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten bei seinen Kunden mit einem Anteil von 70 Prozent gegenüber den eigentlichen Schadenersatzzahlungen dominierend. Damit sei die Sparte in erster Linie Rechtsschutzversicherung.

Zu einem Haftungsprozess kam es bisher längst nicht in jedem Fall. Vielmehr kommt es zu Vergleichen. Anwälte sehen bei den Vergleichsangeboten inzwischen aber einen Trend nach unten in Richtung zehn Prozent. Als weiteren Trend sieht man das viele Fälle bei einem Schiedsgericht landen. Es wird einen großen Aufmarsch der Schiedsgerichte geben“ Die Erledigung von Schadenfälle dauere oft drei Jahre, stellen die Anwälte fest.

Justiz „noch in der Steinzeit“

Ein generelles Problem ist, dass das Durchsetzen von Ansprüchen digitalisiert werde, während gleichzeitig die Justiz „noch in der Steinzeit“ sei. Sie wird den auf Knopfdruck erzeugten, immer umfangreicheren Schriftsätzen der Prozessparteien nicht mehr Herr.

Aktuell gibt es sehr viele Fälle kartellrechtlicher Schadenersatz-Forderungen gegen Organmitglieder. Hierzu hat der BGH zwar noch nicht entschieden, aber tendenziell werden die Regressansprüche der Unternehmen gegenüber ihren Managern bejaht.

 

Bei Korruption geht es häufig um große Summen

Kompliziert sind regelmäßig auch sogenannte Compliance-Fälle. Bei Korruption ist oft deutsches und ausländisches Recht berührt, und es geht häufig um große Summen stellen die Anwälte fest und beklagen das ein Großteil der Arbeit das Aufklären der Sachverhalte ist.

Klarheit gibt es dagegen dank zweiter Urteile des BGH vom 13. April 2016 (IV ZR 304/13 und IV ZR 531/14) zur Abtretbarkeit von Freistellungsansprüchen. Die geschädigte Gesellschaft kann nun Schadenersatz allein zu dem Zweck geltend machen, um Ansprüche gegen den D&O-Versicherer durchzusetzen.

Wenn die versicherte Person einen Freistellungsanspruch gegen den D&O-Versicherer an die geschädigte Gesellschaft abtritt, wandelt sich dieser in einen Zahlungsanspruch gegen den D&O-Versicherer um und bleibt nicht bei dem versicherten Kunden. Wir prognostizieren das sich künftig mehr direkte Prozesse gegen Versicherer direkt richten werden.

Die Preise der D&O Versicherungen sind verdammt niedrig“. Wären sie höher, könne man im Schadenfall mehr Aufwand zum Schutz des Versicherten leisten.

 

„Wir brauchen signifikante Prämienerhöhungen“ signalisieren die Versicherer.

Die notwendige Höhe ist sicher nicht pauschal zu regeln sondern ist schon differenziert zu sehen. „Das ist nicht bei jedem Haus gleich“. Es wird also nicht immer unbedingt eine Verzehnfachung sein. Je weiter sich die Anbieter in Richtung „Vollkasko“ für den Kunden bewegen müssen, desto größer wird der Spagat zwischen dem aktuellen Preisniveau und der intendierten Deckung.