Immer häufiger in Deutschland: So gefährlich sind Starkregen und Sturzfluten

Regen, Regen, Regen und noch mehr Regen. Das Sommerwetter 2017 war für uns Deutsche nicht nur deprimierend, sondern hat auch noch Millionenschäden hinterlassen. In Teilen Norddeutschlands fielen Ende Juli innerhalb von 24 Stunden pro Quadratmeter bis zu 200 Liter Wasser vom Himmel. Das ist weit mehr als doppelt so viel wie sonst in einem ganzen Monat. Solche Wassermengen können weder im Boden versickern, noch über die Kanalisation abgeführt werden. Straßen und Grundstücke überfluten, Keller laufen voll. Die Schäden können beträchtlich sein und Sie im schlimmsten Fall in den finanziellen Ruin treiben.
Allein im Jahr 2013 haben Überschwemmungen durch Hochwasser, Starkregen und Sturzfluten Schäden in Höhe von 10 Milliarden Euro verursacht. Das Fatale daran: lediglich 1,8 Milliarden Euro davon konnten von Versicherungen ausgeglichen werden. Zurecht werden Sie sich jetzt fragen: Warum? Lediglich 27 Prozent der Haushalte waren im Jahr 2013 durch eine Zusatzversicherung gegen Elementarschäden abgesichert. Noch immer nimmt die Zahl nur langsam zu, 2017 sind es knapp 40 Prozent. Dabei sind laut Angaben des Gesamtverbandes Deutscher Versicherer über 98 Prozent der Haushalte ohne Probleme gegen Elementarschäden versicherbar. Sogar als Mieter können Sie Ihren persönlichen Haushalt durch eine zusätzliche Elementarschadendeckung absichern.

Die unterschätzte Gefahr

Unwetter mit hohem Schadenspotenzial sind längst keine Ausnahme mehr. Die Extreme nehmen zu, nicht zuletzt durch die globale Klimaerwärmung. Auch Starkregen wird dadurch begünstigt, denn warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf und gibt diese im Umkehr natürlich auch wieder ab. Die Zahl schadenrelevanter Naturereignisse hat sich seit 1970 verdreifacht, Tendenz weiter steigend. Mittlerweile ist Starkregen bundesweit für die Hälfte aller Überschwemmungsschäden verantwortlich. Das Problem: die wenigsten Menschen sind sich der Gefahr bewusst.

Haben Sie Ihr Haus gegen Überschwemmungsschäden gesichert? Die Mehrheit der Deutschen nicht. Dabei können starkregenbedingte Überschwemmungen jeden treffen.
Bestes Beispiel dafür: Münster im Juli 2014. Innerhalb von sieben Stunden fielen dort bis zu 290 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Insgesamt schüttete der Starkregen 40 Millionen Kubikmeter Wasser auf die Stadt. Damit Sie diese Zahlen in Relation setzen können: an diesem einem Abend regnete es in Münster so viel wie sonst im ganzen Sommer. Kanäle und Wasserläufe waren innerhalb von Minuten überfüllt. In der Folge stieg der Wasserpegel in den Straßen und flutete die Häuser. Im Erdgeschoss vieler Häuser stand das Wasser bis zu den Lichtschaltern. Die Schäden lagen laut Angaben einer ansässigen Bürgerinitiative zwischen 50.000 und 100.000 Euro pro Haushalt. Die wenigsten Anwohner waren durch eine Elementarschadenversicherung abgesichert. „Es ist ein existenzielles Gefühl für die Verletzlichkeit unseres Lebensraumes entstanden“, erklärte Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe mit Rückblick auf die Rekordflut. Eine solche Überschwemmung hatten weder Stadtverwaltung noch Anwohner bis dahin für möglich gehalten. Ganz im Gegenteil galt eine nicht vorhandene Hochwassergefahr lange Zeit als einer der großen Vorzüge in Münster.

So ist Starkregen definiert

Wir sprechen von Starkregen, aber was ist das überhaupt? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert Niederschlag als Starkregen, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit sehr große Mengen Wasser zur Erde fallen. Natürlich sind diese Mengen abhängig von der Klimazone. In Deutschland sind das mehr als 5 Liter pro Quadratmeter in 5 Minuten, mehr als 10 Liter in 10 Minuten oder mehr als 17 Liter in einer Stunde. Warnungen spricht der DWD bereits ab einer Menge von 15 Litern pro Quadratmeter und Stunde oder 20 Liter innerhalb von sechs Stunden aus. Für den Normalbürger werden diese Warnungen dann auf den Wetterkarten sichtbar.In Deutschland wird Starkregen vor allem in den Sommermonaten von Mai bis September dokumentiert, besonders häufig am späten Nachmittag. Nicht selten werden die Regengüsse dabei von Gewitter und Hagel begleitet.

Mehr Starkregen durch Klimawandel?

Die Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes belegen, dass extreme Unwetter wie Starkregen in Deutschland zugenommen haben. Ein Zusammenhang mit dem Klimawandel ist sehr wahrscheinlich, von Meteorologen aber noch nicht belegbar. Dafür sei laut Experten der Zeitraum der Wetteraufzeichnungen zu kurz. Entsprechende Geräte zur Datenerfassung wie Satelliten existieren einfach noch nicht lange genug.

Mehr Gefahr durch weniger Grünflächen

Wie so oft haben wir Menschen viele Probleme im Zusammenhang mit Starkregen selbst zu verantworten. Denn das erhöhte Schadenspotenzial von heftigen Niederschlägen liegt nicht zuletzt an der immer weiter fortschreitenden Oberflächenversiegelung durch „Pflaster- und Betonwüsten“. Das bedeutet: Wasser hat heutzutage viel weniger Fläche um im Erdboden zu versickern. Deshalb steigt der Hochwasserpegel bei Starkregen in Städten auch deutlich schneller als auf dem Land.

Die Abwasserkanäle sind für so große Wassermassen wie bei einem Starkregen einfach nicht ausgelegt. Das sah man 2017 deutlich in Berlin als die halbe Stadt durch Regen überflutet war.

Experten sind sich jedenfalls einig, dass sich die steigende Bevölkerungsdichte und die daraus resultierende Flächenbebauung in Deutschland negativ auf das Gefahrenpotenzial von Starkregen auswirkt. Im Klartext heißt das: zunehmende Oberflächenversiegelung, gewässerformende Maßnahmen wie Flussverdolungen sowie ufernahe Bebauung zeigen dies in jährlich millionenschweren Schäden.

Bedrohung für Leib und Leben: Die Sturzflut

Wenn Sie ganz großes Pech haben, dann droht Ihnen die größte Gefahr nicht durch den Starkregen selbst, sondern durch eine darauffolgende Sturzflut. Sturzfluten resultieren aus heftigen Regenfällen und können zu einer ernsten Bedrohung für Leib und Leben werden. Dabei wird zwischen Flachland- und Gebirgssturzfluten unterschieden. Gebirgssturzfluten erreichen durch das Gefälle in der Landschaft extrem schnelle Fließgeschwindigkeiten. Eine solche Sturzflut kann nicht nur Menschen mitreißen, sondern auch jede Menge Treibgut. Beim Aufprall auf Häuser in Fließrichtung kann eben dieses Treibgut verheerende Schäden anrichten. Sturzfluten können auch Gebiete erreichen, die vom eigentlichen Starkregenereignis gar nicht betroffen waren. Daher gilt: prinzipiell kann jede Siedlung in Deutschland durch die Auswirkungen von Starkregen betroffen sein.

Welche Ausmaße so eine Sturzflut annehmen kann, hat im Mai 2016 die Flut-Katastrophe in der kleinen Ortschaft Braunsbach (Baden-Württemberg) gezeigt. Einem Tsunami gleich riss eine durch Starkregen ausgelöste Schlammlawine auf ihrem Weg Autos, Bäume und Häuserfassaden mit sich. Es gleicht es einem Wunder, dass kein Mensch dabei ernsthaft verletzt wurde. Die Sachschäden in dem 900-Seelen-Ort nur durch diese eine Flut wurden auf über 100 Millionen Euro geschätzt.

Wohngebäudeversicherung – Rekordschäden durch Starkregen

Unwetter mit Starkregen haben den Versicherern 2016 Rekord-Schadenskosten beschert. Gegenüber dem Vorjahr musste die Branche den zehnfachen Betrag für derartige Ereignisse ausgeben. Das geht aus dem Naturgefahrenreport 2017 des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

„2016 hat sich erneut gezeigt, welche enormen Schäden Starkregen anrichten können. Noch nie haben Unwetter mit heftigen Regenfällen innerhalb so kurzer Zeit so hohe Schäden verursacht“, sagte der neue GDV-Chef Wolfgang Weiler am Donnerstag in Berlin. Allein die beiden Sturmtiefs Elvira und Friederike, die Ende Mai und Anfang Juni die Republik heimsuchten, hätten die Versicherungsbranche 800 Millionen Euro gekostet. Sie waren damit eine der zehn teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte der Bundesrepublik.

Die Versicherer mussten 2016 über 2,5 Milliarden Euro für Schäden durch Naturgefahren zahlen. Quelle: GDV

2,5 Milliarden Euro Schäden durch Naturgefahren

Insgesamt sorgten Naturgefahren im vergangenen Jahr für versicherte Schäden von mehr als 2,5 Milliarden Euro (Vorjahr: knapp 2,6 Milliarden Euro). In der Gesamtbilanz schlugen Überschwemmungsschäden mit rund 940 Millionen Euro zu Buche, nachdem es 2015 lediglich 100 Millionen Euro waren. Auf die Sachversicherer entfielen dabei Schäden an Wohngebäuden, Hausrat, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Die Kfz-Versicherer schulterten Schäden an Fahrzeugen in Höhe von 615 Millionen Euro. Das Heimtückische an Starkregen: Er kann überall und zu jeder Jahreszeit auftreten, wie die oben genannten Beispiele zeigen. Die Sturmtiefs Elvira und Friederike ereigneten sich im Frühsommer – und sorgten auch dort für Verwüstungen, wo Häuser nicht in der Nähe von Gewässern standen. Deshalb sollten Hausbesitzer über den Abschluss einer Elementarschaden-Police nachdenken. Denn nur sie schützt vor den Folgen, wenn dauerhafter Regen das Gebäude schädigt: eine Wohngebäudeversicherung ist hierfür nicht ausreichend. Bundesweit verfügen derzeit knapp 40 Prozent aller Häuser über einen erweiterten Naturgefahrenschutz.

Damit Ihnen das Wasser nicht bis zum Hals steht

So schützen Sie Ihr Eigenheim vor der nächsten Überschwemmung

Sind Sie diesen Sommer auch abgesoffen? Und damit meine ich nicht die angenehme Variante, wenn Sie im Urlaub feststellen, dass Sie mitsamt undichter Luftmatratze im Pool der spanischen Hotelanlage versinken. Sondern die Variante „absaufen“, wenn Sie nach dem Aufwachen in den eigenen vier Wänden entdecken, dass sich Keller oder gar Erdgeschoss in Ihre ganz persönliche Poolanlage verwandelt haben und von Ihrer Katze, dem Periskop eines U-Boots gleich, nur noch die Schwanzspitze oder ein Pfote aus dem Wasser ragt.
Glück für Sie, wenn Ihnen ein solches Erlebnis erspart geblieben ist. Denn Starkregen und Hochwasser haben in vielen Teilen Deutschlands millionenschwere Überschwemmungsschäden angerichtet. Monsunartige Regenfälle überfluteten die Straßen unserer Bundeshauptstadt Berlin, tagelanger Dauerregen in Südniedersachsen ließ kleine Bäche zu reißenden Strömen anschwellen und sorgte unter anderem in der Domstadt Hildesheim für historische Höchststände.

Nun sagen Sie sich vielleicht: „Das ist alles weit weg, bei mir gab es noch nie bedrohliche Überschwemmungen. Warum soll ich mir über etwas Sorgen machen, von dem ich nicht betroffen bin?“ Dann muss ich Ihnen antworten: Vorsicht vor Mutter Natur! Die schert sich nämlich einen feuchten Kehricht darum, ob Sie mit ihr rechnen oder nicht. Und wenn es Sie unvorbereitet trifft, dann umso heftiger. Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes warnen: Nicht nur die Zahl von Starkregen- und Hochwasserereignissen nimmt zu, sondern immer häufiger trifft es dabei auch Gebiete, die bislang nicht als gefährdet eingestuft sind. Mit fatalen Folgen für die Anwohner. Denn nur wenige Deutsche haben ihr Eigenheim gegen Überschwemmungen abgesichert. Glücklicherweise lässt sich Ihr Haus mit gezielten baulichen Maßnahmen effektiv schützen.

Wasser findet immer einen Weg

Den ersten Schritt für mehr Sicherheit haben Sie bereits getan: Informieren Sie sich.
Als Eigentümer sollten Sie sich mit dem individuellen Gefahrenpotenzial am Standort Ihres Hauses vertraut machen und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen. Verlassen Sie sich nicht auf kommunale Schutzeinrichtungen wie Rückhaltebecken oder Dämme, denn längst ist der nächstgelegene Fluss nicht mehr die einzige Bedrohung bei starken Unwettern. Ob Starkregen, Kanalrückstau oder steigendes Grundwasser – die Gefahrenquellen für Überschwemmungen sind vielseitig und die Vorteile privater Vorsorgemaßnahmen nicht mehr von der Hand zu weisen. Damit Sie Ihr Eigenheim effektiv schützen können, habe ich im Folgenden die unterschiedlichen Gefahrenquellen sowie die besten Vorsorgemaßnahmen für Sie aufgelistet.

Überschwemmungsgefahren außerhalb des Hauses

Hochwasser
Die klassische Variante. Flüsse und Bäche treten über die Ufer, überschwemmen Straßen und ganze Siedlungen. Bei langanhaltendem Hochwasser können selbst vorhandene Schutzmaßnahmen wie Deiche, Rückhaltebecken oder Schutzmauern von den Wassermassen überflutet, unterspült oder gar durchbrochen werden. Die Vorwarnzeit für Hochwasser ist abhängig von den Ursachen. So kann beispielsweise vor einem Hochwasser durch Schneeschmelze früher gewarnt werden, als vor einem durch heftige Regenfälle.

Starkregen und Sturzfluten
Das plötzlich einsetzende Wetterphänomen. Egal wo Sie Ihr Haus gebaut oder gekauft haben, Überschwemmung durch Starkregen kann Sie überall treffen. Und das ohne Vorwarnung. Wie gefährdet Sie sind, hängt unter anderem von der topographischen Lage Ihres Hauses ab: Liegt das Gebäude in Hügel oder Bergnähe und damit im Fließweg einer möglichen Sturzflut? Droht eine Überschwemmung in einer Geländesenke? Auch große Dachflächen werden bei Starkregen zu einer Gefahr, wenn Regenrinnen überlastet sind und das abfließende Wasser über längere Zeit gegen die Fassade prallt.

So sorgen Sie vor:

  • Bodenschwellen und Bodensenken: platziert an der richtigen Stelle können Sie Wassermassen so gezielt von Ihrem Haus wegleiten.
  • Schutzelemente vor Öffnungen: Fenster, Türen, Kellerzugänge und Lichtschächte sind bei einer Überschwemmung potenzielle Schwachpunkte. Mit der Installation von Aufkantungen und speziellen Schutzblechen können Sie Öffnungen effektiv gegen eindringendes Wasser abdichten.
  • „Schwarze Wanne“: Ihr Haus ist kein Boot, die Wände sind nicht wasserdicht. Damit bei einer Überschwemmung das Wasser nicht in die Hauswand zieht, sind regelmäßige Bitumenanstriche oder deckende Kunststoffbahnen eine bewährte Methode Ihr Haus nachträglich von außen gegen Wasser und Feuchtigkeit abzudichten.

Überschwemmungsgefahren innerhalb der eigenen vier Wände

Kanalrückstau
Die Gefahr aus den Rohren. Bei extremen Regenfällen stoßen kommunale Abwassersysteme schnell an ihre Grenzen. Die Folge ist ein Rückstau, bei dem das Wasser aus allen Öffnungen drückt. Wenn Sie über keine Rückstausicherung verfügen, dann eben auch aus den Sanitärinstallationen Ihres Hauses. Zusätzlich kann das aus öffentlichen Kanalöffnungen drückende Wasser zur Gefahr werden, wenn es über die Straße bis auf Ihr Grundstück schwemmt.

Grundwasser
Die unterschätzte Gefahr. Wenn es von oben wie aus Eimern gießt, denkt kaum jemand an die Gefahr von unten. Nachvollziehbar, denn der steigende Grundwasserpegel ist als Bedrohung nicht sichtbar, kann aber dennoch schwere Schäden zur Folge haben. Grundwasser kann in Keller und tiefliegende Erdgeschosse eindringen. Dabei ist die Wassermenge häufig geringer als bei Überschwemmungen von der Oberfläche, aber die größte Gefahr geht von der Staunässe aus. Dauerhafte Schäden an Fundament und Wänden können die Folge sein.

So sorgen Sie vor:

  • Rückstausicherungen: Der Name sagt alles. Ihre Wasseranschlüsse sollten Sie mit Ventilen, Klappen oder Pumpen gegen rückstauendes Wasser aus dem Kanalnetzwerk absichern. Besonders wichtig für den Anschluss an die Schmutzwasserkanäle, ansonsten kann ein unerwünschtes Wiedersehen die Folge sein.
  • Regelmäßige Reinigung von Abläufen, Rohren und Regenrinnen: die teuerste Installation hilft Ihnen nicht, wenn Sie die regelmäßige Wartung vernachlässigen. Achten Sie darauf, dass Abläufe und Rohre immer freigehalten und regelmäßig gereinigt werden.
  • „Weiße Wanne“: Das Gegenstück zur „Schwarzen Wanne“ ist wesentlich kostenintensiver. Außenwände und Bodenplatte werden dabei aus wasserundurchlässigem Beton gefertigt. Zusätzliche Dichtungsmaßnahmen sind dann nicht erforderlich. Die Hauswände müssen zusätzlich verstärkt werden, um bei Hochwasser einem ansteigenden Druck von außen standhalten zu können. Im Notfall müssen tiefer liegende Räume gezielt geflutet werden, um Gegendruck zu erzeugen. Nur für Neubau eine Option.

Wichtig zur Schadensvorbeugung gegen jede Art von Überschwemmung ist die vorausschauende Installation von Elektrik, Maschinen und Heizungsanlagen. Vermeiden Sie in Keller, Souterrain und Garagen niedrige Steckdosen und elektrische Leitungen. Stellen Sie Waschmaschine und Trockner auf erhöhte Podeste. Sichern Sie Öltanks und Heizungsanlagen gegen eindringendes Wasser und Aufschwemmen.
LEBENSGEFAHR!
Schalten Sie Anlagen und Elektrik im Ernstfall frühzeitig ab. Betreten Sie niemals bereits überflutete Keller, um noch etwas zu retten. Wenn doch noch Strom fließen sollte, besteht akute Gefahr für Ihr Leben.

Den Versicherungsschutz in der Hinterhand

Trotz sorgfältiger Vorsorge und Absicherung können Sie nicht alle Schäden abwenden. In diesem Fall hilft eine Elementarschadenversicherung. Diese sollten Sie unbedingt als zusätzliche Option zu Wohngebäude- und Hausratversicherungen abschließen. Damit sind Sie auch gegen Schäden durch Erdrutsche, Lawinen, Schneedruck und vieles mehr abgesichert.

Was ist eigentlich eine Elementarschadenversicherung und was habe ich davon?

Damit Ihr Versicherer Sie bei außergewöhnlichen Naturereignissen nicht im Regen stehen lässt, sollten Sie Haus und Eigentum zusätzlich mit einer Elementarschadenversicherung schützen. Diese deckt eine Vielzahl meist unvorhersehbarer Naturereignisse ab, von denen aber immer mehr Deutsche betroffen sind.

Was soll schon passieren?

Vielleicht sagen Sie sich jetzt: „Bei mir gab es noch nie massive Wetterkapriolen!“ Doch in den letzten Jahren haben verheerende Naturereignisse zugenommen. So wie im Fall der Starkregen- und Hochwasseropfer in Südniedersachsen oder in Berlin im Sommer 2017. Das hatten sich die Leute da auch nicht vorstellen können. Viele haben zum ersten Mal selber Überschwemmung erlebt, denn sie wohnten weit entfernt von Gewässern und hochwassergefährdeten Gebieten. Und doch hat es sie getroffen. Weil die Natur innerhalb weniger Stunden mit einer derartigen Macht zugeschlagen hat, dass selbst regionale Schutzmaßnahmen wie Rückhaltebecken oder Staudämme den Wassermassen keinen Einhalt gebieten konnten.

Die Natur lässt sich nicht kontrollieren, finanzieller Schaden schon!

Wollen Sie im Ernstfall auf staatliche Hilfen angewiesen sein, die oft nicht einmal einen Bruchteil der angerichteten Schäden abdecken? Ohne entsprechenden Versicherungsschutz bleibt Betroffenen häufig nur der Weg zu den Banken, die zwar entsprechende Sonderkredite zur Katastrophenhilfe anbieten, das Geld aber auch nicht verschenken. Wer eine Elementarversicherungen hätte bekommen können und keine hat, bekommt vom Staat auch keine Hilfe mehr. Im Endeffekt wird Sie ein solches Naturereignis ohne eine Absicherung gegen Elementarschäden also teuer zu stehen kommen und sogar Ihre Existenz bedrohen. Schutz vor Schaden aus den Launen von Mutter Natur ist denkbar einfach – nämlich in Form einer Elementarschadenversicherung.

Schauen wir uns einmal an, welche Schäden von einer Elementarschadenversicherung abgedeckt werden:

  • Starkregen/Überschwemmung/Rückstau
  • Hochwasser
  • Schneedruck
  • Lawinen/Erdrutsch
  • Erdsenkung
  • Erdbeben
  • Vulkanausbruch

Mit einer Elementarschadenversicherung sind Sie selbst dann abgesichert, wenn Ihr Haus plötzlich vom Erdboden verschluckt werden sollte. Versichern können Sie, je nach Vertrag, Gebäude und/oder Eigentum. Für die Höhe der Prämie ist vor allem die geographische Lage ihres Hauses ausschlaggebend. Anhand des Zonierungssystems für Überschwemmungsrisiko und Einschätzung von Umweltrisiken (ZÜRS) sind Wohnstandorte in Deutschland in vier Gefährdungsklassen eingeteilt.

Von Gefährdungsklasse (GK) 1, wo selten bis gar nicht mit gefährlichen Naturereignissen zu rechnen ist, bis Gefährdungsklasse 4, in welcher alle zehn Jahre oder häufiger mit Überschwemmungen oder ähnlich gravierenden Ereignissen gerechnet wird. Lediglich zwei Prozent der Gebäude in Deutschland fallen in GK 3 und 4. Gemäß dem Stand 2016 sind über 91 Prozent aller Gebäude sogar der niedrigsten Gefährdungsklasse 1 zuzuordnen.

Konkret heißt das: Wenn Sie bislang geglaubt haben, dass ihr Haus nicht oder nur zu hohen Konditionen gegen Elementarschäden zu versichern ist, sollten Sie diese Annahme unbedingt beim Makler Ihres Vertrauens auf die Probe stellen. Bislang sind deutschlandweit lediglich ein Drittel aller Gebäude vor den finanziellen Folgen durch Naturgefahren geschützt.
Angeboten wird die Elementarschadenversicherung als optionaler Zusatzbaustein zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung oder sie ist bereits inklusive.

Was ist im Schadensfall von der Versicherung abgedeckt:

Die Wohngebäudeversicherung mit Elementarversicherungsschutz übernimmt die Kosten für:

  • die Reparaturen im und am Haus sowie den Nebengebäuden (z. B. Garage oder Schuppen),
  • die Trockenlegung und Sanierung des Gebäudes,
  • den eventuellen Abriss des Gebäudes,
  • Konstruktion und Bau eines gleichwertigen Hauses.

Auch die Kosten für eine alternative Unterkunft bzw. Mietausfälle, sollte das Haus vorübergehend unbewohnbar sein, können versichert werden.

Die Hausratversicherung mit Elementarversicherungsschutz sichert Ihren kompletten Hausrat ab,

  • übernimmt die Reparaturkosten für das gesamte beschädigte Inventar,
  • erstattet Ihnen den Wiederbeschaffungspreis, wenn Ihr Hab und Gut komplett zerstört ist.

Wichtig: Bevor die Hausratversicherung Schadenersatz leisten kann, müssen Sie eine Übersicht des vom Wasser beschädigten oder zerstörten Eigentums vorlegen.

Guter Rat: Fotografieren Sie Ihre Einrichtung und heben Sie die Kaufbelege der wichtigsten Anschaffungen sorgfältig auf. Und achten Sie bei Versicherungsabschluss auf die ausreichende Bemessung der Versicherungssumme und – ganz wichtig – vereinbaren Sie einen Unterversicherungsverzicht. Damit vermeiden Sie – unabhängig von der Schadenshöhe – Abzüge im Schadensfall.

Versicherungsschutz ist nur die halbe Miete / Sorgen Sie selber vor

Als Hausbesitzer können und sollten Sie für den Fall eines Elementarschadens bestimmte Vorkehrungen treffen und sich nicht allein auf ihre Versicherung verlassen. Denn der beste Schaden ist der, der gar nicht erst entsteht.
Wenn Ihr Haus in einem hochwassergefährdeten Gebiet steht, sind Sie gesetzlich sogar dazu verpflichtet vorsorgende Schutz- und Schadensminderungsmaßnahmen zu treffen. Beispiele dafür sind:

  • Kellerfenster, Türen und Lichtschächte mit Sicherungssystemen ausstatten.
  • Gefährdete Räume fliesen (z.B. Erdgeschoss).
  • Wertgegenstände und elektrische Geräte nur in den oberen Stockwerken aufbewahren

Heizungsinstallationen wie Öltanks werden bei einer Überschwemmung des Kellers zum gesonderten Risikofaktor. Wenn Heizöl ins Grundwasser gelangt, kann das erhebliche Schäden im Boden und in Gewässern auslösen und das ist richtig teuer. Die Beschädigung des Tanks kommt oft durch Wasserdruck und Treibgut zustande