Fällt die Alters- oder Erwerbsminderungsrente klein aus, können Betroffene Grundsicherung beantragen. Welche Regeln gelten und worauf Rentner achten sollten.

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Wie hoch ist die Grundsicherung?

Wer heute in Altersrente geht, muss sich in den alten Bundesländern im Schnitt mit einem Ruhegeld von 787 Euro (Ostdeutschland: 964 Euro) begnügen. Bei Erwerbsminderungsrentnern sind es sogar nur etwa 750 Euro. Wer dann keine weiteren Einkünfte hat, sollte in jedem Fall prüfen, ob nicht zusätzlich noch Anspruch auf eine Aufstockung durch die Grundsicherung besteht. Dabei stehen Ihnen folgende Ansprüche zu:

  • Hilfe zum Lebensunterhalt: 409 Euro bzw. 736 Euro für (Ehe-)Paare
  • Angemessenen Kosten für die Wohnung: Die Höhe ist abhängig von der anrechenbaren Warmmiete

Beträgt die Warmmiete eines Rentner-Ehepaars aus Berlin beispielsweise 500 Euro, so liegt der rechnerische „Bedarf“ des Paares bei 1.236 Euro.

Wichtig: Erreicht die gesetzliche Rente des Paares nicht diese Höhe, so haben die Betroffenen Anspruch auf aufstockende Grundsicherungsleistungen des Sozialamts. Betragen die beiden Renten insgesamt etwa nur 1.100 Euro, so schießt das Sozialamt weitere 136 Euro zu, so dass insgesamt 1.236 Euro zusammenkommen.
Soweit die Betroffenen – was auch bei Senioren nicht selten der Fall ist – jobben, dürfen sie einen Teil ihrer Einkünfte behalten. Bei einem Minijob sind es 135 Euro. Der Rest wird mit der Grundsicherung verrechnet.

 

Grundsicherung: Rente und Rücklagenwerden berücksichtigt

Bevor Sie Grundsicherung beantragen, müssen Sie Ihre Rücklagen weitgehend aufbrauchen. Die Freibeträge fürs erlaubte Vermögen sind weit niedriger als bei Hartz IV. Ein Alleinstehender darf bis 2.600 Euro besitzen, für den Partner kommen 614 Euro hinzu.

Tipp: Wer mit 60 eine höhere Lebensversicherung ausbezahlt bekommt und nur eine geringe Rente erwartet, für den kann es sich lohnen, eine kleine Eigentumswohnung anzuschaffen, statt das Geld zum Beispiel für eine Sofortrente zu investieren. Denn Geld muss vor der Grundsicherung verbraucht werden, eine kleine Immobilie darf man aber behalten.

„Angemessenes“ Wohneigentum ist für Grundsicherungsbezieher erlaubt. Was das genau bedeutet, darüber gibt es oft Streit. Ein alleinstehender Grundleistungsbezieher darf ein Häuschen mit 70 Quadratmetern oder eine Eigentumswohnung mit 60 Quadratmetern behalten.

 

Grundsicherung: Darf ich mein Auto behalten?

Wer Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bezieht, dem wird im Regelfall kein Auto zugestanden. Ein teurer Wagen muss deshalb meist verkauft werden, wenn Sie Grundsicherung beantragen. Wichtig auch bei der Grundsicherung: „Rente mit Zuschuss“ gibt es nur für diejenigen, die ihren „gewöhnlichen Aufenthalt“ in Deutschland haben. Wer den kompletten Winter auf Mallorca verbringt, zählt nicht zu den Berechtigten.

 

Grundsicherung und Kinderunterhalt

Wer Grundsicherung im Alter bezieht, muss im Regelfall nicht damit rechnen, dass seine Kinder vom Amt zur Kasse gebeten werden – es sei denn, ein Kind verdient nach Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben über 100.000 Euro im Jahr. Und nach dem Tod eines Grundsicherungsbeziehers werden dessen Erben von den Ämtern nicht zur Rückzahlung verpflichtet, falls es etwa noch Vermögenswerte gibt.