Renteninformation einfach erklärt

Die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung wirft viele Fragen auf. Die Wahrheit hinter der Renteninformation bleibt vielen Lesern verborgen und die tatsächliche Höhe seiner Altersrente erfährt der Versicherte nicht. Hier erfahren Sie alle wichtigen Informationen zur Renteninformation und die wichtigsten Fragen werden ausführlich beantwortet.

Welchen Zweck erfüllt die Renteninformation?

Die finanzielle Situation im Alter sollte für jeden Bundesbürger ein zentrales Thema seiner finanziellen Planung sein. Eine Planung macht jedoch nur Sinn, wenn man den aktuellen Status kennt und welche Ziele angestrebt werden. Deshalb möchte die Deutsche Rentenversicherung mit der Renteninformation allen Versicherten eine Grundlage zur Planung der einer zusätzlichen privaten und betrieblichen Altersvorsorge zur Hand geben. Das Ziel der Renteninformation besteht darin, den Versicherten einen Überblick über seine aktuelle Rentenanwartschaft und die Höhe der zu erwartenden Rente zu verschaffen.

 

Welche Informationen will die Renteninformation vermitteln?

Die Renteninformation ist sehr übersichtlich gestaltet und der Leser kann folgende wichtige Informationen entnehmen:

  • Höhe der aktuell erworbenen Rentenanwartschaften
  • Höhe der künftig zu erwartenden Altersrente
  • Höhe Rente wegen voller Erwerbsminderung
  • Hochrechnung der Altersrentenansprüche bis zur Erreichens der Regelaltersgrenze
  • Gezahlte Beiträge

 

Wer erhält wann die Renteninformation?

Ab dem 27. Lebensjahr wird die Renteninformation jährlich automatisch an alle Versicherte verschickt. Die Informationen wird stets auf der Basis der aktuellen Rechtslage erstellt.

 

Informationen Vorderseite: Wo finden Sie was und was steht drin?

(1) Hier sehen Sie das Datum, ab wann Sie die Regelaltersrente erhalten können. In diesem Beispiel kann Frau Eva Mustermann ab dem 01.07.2026 regulär in die Altersrente gehen.

Anmerkung:
Wenn Sie vor diesem Termin die Altersrente beziehen möchte, dann ist das grundsätzlich möglich. Allerdings in der Regel mit einem Rentenabschlag von 0,3 Prozent pro Monat. Die Regelaltersgrenze liegt für vor 1949 Geborenen bei 65. Bei 1948 bis 1964 geborene wird die Regelaltersgrenze stufenweise angehoben. Bei nach 1964 geborene liegt die Regelaltersgrenze bei 67. Ein frühzeitiger Bezug ist ab 63 möglich, allerdings mit Abschlägen.

(2) Kurz und knapp, der Hinweis auf mögliche zukünftige Abzüge von der Rente.

Anmerkung:
Leider wird dieser Punkt in der Renteninformation zu wenig thematisiert. Denn die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie gegebenenfalls die Steuern auf die Rente können die tatsächliche Rentenhöhe empfindlich schmälern.

(3) Hier sehen Sie Ihren Rentenanspruch für den Fall der vollen Erwerbsminderung. Ist Frau Mustermann aus gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr voll erwerbsfähig, wird Sie eine Rente von 733,88 Euro pro Monat erhalten.

Anmerkung:
Die Erwerbs-/Berufsunfähigkeit ist ein wichtiges Thema bei der Altersvorsorge. Stiftung Warentest zählt diese Absicherung zur Pflichtversicherung für jeden Bundesbürger. Doch auf die Absicherung durch die Rentenversicherung sollten Sie sich nicht verlassen. Zu gering, zu lückenhaft und im schlimmsten Fall keinen Anspruch. Eine Berufsunfähigkeitsrente gibt es inzwischen nicht mehr – man erhält nur bei völliger Erwerbsunfähigkeit – wenn man maximal weniger als 3 Stunden am Tag irgendeiner Arbeit nachgehen kann – eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Diese Absicherung des Einkommens bei Berufsunfähigkeit durch Krankheit, Unfall oder durch Kräfteverlust weil man älter geworden ist , sollten Sie durch eine private Vorsorge Ihrem persönlichen Bedarf anpassen.

(4) Hier wird Ihr aktueller Anspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung ausgewiesen. Würde Frau Mustermann keine Einzahlungen mehr in die Rentenkasse leisten, dann wird die Altersrente zum 01.07.2026 voraussichtlich 679,15 Euro betragen.

(5) An dieser Stelle wird Ihre Rente hochgerechnet. Es wird unterstellt, dass Sie bis zum 01.07.2026 Beiträge wie im Schnitt der letzten 5 Kalenderjahre einzahlen. Bei Frau Mustermann würde dann eine Altersgrenze von 1.034,87 Euro zur Auszahlung kommen. Mögliche Rentenanpassungen sind dabei nicht berücksichtigt.

(6) Hier werden Rentenanpassungen hochgerechnet. Der Rentenanspruch von 1.034,87 Euro könnte bei Frau Mustermann je nach prozentualer Rentenanpassung auf 1.160 Euro oder 1.310 Euro ansteigen.

Anmerkung:
Die Hochrechnung der Rente in der Renteninformation muss man kritisieren. Es wird den Versicherten ein Gefühl der Sicherheit vermittelt, obwohl die Rentenversicherung mit negativen Entwicklungen (Demographischer Wandel, sinkendes Renteneintrittsalter etc. ) zu kämpfen hat und es um die gesetzliche Rente leider nicht gut bestellt ist. Die Annahmen der Hochrechnung wurden bereits mehrfach nach unten korrigiert und auch für die künftigen Rentner sieht es nicht rosig aus. Deshalb ist es mehr als fragwürdig, ob diese Zahlen tatsächlich erreicht werden oder eher als Rentenillusion betrachtet werden müssen.

(7) Auch die Deutsche Rentenversicherung hat erkannt, dass es ohne private bzw. zusätzliche Altersvorsorge nicht mehr geht. Deshalb erfolgt hier der Hinweis auf mögliche Versorgungslücken. Der Hinweis auf den Kaufpreisverlust ist leider nicht prominent dargestellt und vermittelt dem Leser keine brauchbare Information.

Anmerkung:
Ja, man kann es nicht oft genug sagen: Eine zusätzliche Vorsorge zur gesetzlichen Rente ist für die meisten Bundesbürger existentiell wichtig. Die gesetzliche Rente wir die finanzielle Absicherung im Alter nicht schaffen. Umso mehr muss man den Hinweis zur Inflation (Kaufpreisverlust) bei der Rentenhöhe kritisieren. In diesem Punkt kann die Renteninformation hinsichtlich Aussagekraft am wenigsten punkten. Das kann auch der Hinweis auf der Rückseite der Renteninformation zur Kaufkraftverlust nicht wettmachen. Es wäre wünschenswert, wenn die Renteninformation auf einem zusätzlichen Blatt eine detaillierte Rentenberechnung für jeden Versicherten erstellen würde und die Kaufkraftverluste realistisch dargestellt werden.

 

Informationen Rückseite: Wichtige Informationen zu Beiträgen und Entgeltpunkte?

8) Hier erfolgt ein Hinweis auf welcher Grundlage die Rentenberechnung erstellt wurde und welche Rolle die Entgeltpunkte einnehmen. Auch die aufgelaufenen Entgeltpunkte werden ausgewiesen.

(9) Interessant sind auch die bereits geleisteten Beiträge auf das Rentenkonto und aus welchen Quellen die Beiträge kommen.

 

Zu spät für eine zusätzliche Altersvorsorge?

Je früher desto besser, aber zu spät ist es für eine zusätzliche Altersvorsorge fast nie. Je älter Sie jedoch sind, umso weniger Zeit haben Sie für den Vermögensaufbau. Aber besser spät starten als nie. Wieviel Geld Sie für den Aufbau einer betrieblichen Altersvorsorge netto aufwenden müssen können Sie auf dieser Internetseite unter „rechnen sie selbst“ ermitteln oder nutzen Sie das Kontaktformular damit Ihnen ein Wirtschaftsplaner bei der Berechnung hilft.